Schwanger mit Nummer 2 (3,4)?

Werde ich mein zweites Kind genauso lieben, wie mein erstes?

Werde ich genug Liebe für mein erstes Kind haben, wenn das zweite da ist?

Wird sich mein Erstgeborenes von mir im Stich gelassen fühlen?

Wird Eifersucht ein großes Thema werden?

Schaffe ich das? Alle Bedürfnisse zu stillen?

Beiden Kindern gerecht zu werden?

Was mache ich, wenn sich die Kids nicht verstehen??

All dies sind ganz natürliche Fragen, die sich Eltern irgendwann stellen, nachdem sich die große Euphorie des „zweiten positiven Schwangerschafttests“ gelegt hat.

Der größte Wunsch und die größte Phantasie ist dann die harmonische Familie, die nun aus zwei kleinen Erdlingen und deren Eltern besteht.

Harmonie

Mit der Harmonie (- Phantasie) muss man aber auch vorsichtig umgehen. Daraus kann nämlich schnell ein subtiler (oder auch nicht so subtiler) Druck entstehen, den tatsächlich meist ungewollt das Erstgeborene abbekommt.

Oft sagt man ja, dass ein Geschwisterchen das größte Geschenk sei, was man einem Kind machen kann. Absolut! Ein Geschwisterchen verwandelt das zu Hause (für beide Kinder) in ein „Sozial-Beziehungs-Laboratorium“ erster Klasse, in dem der Vorrat nie ausgeht und die erstellten Thesen täglich stets getestet werden können! Ausgezeichnet. ABER (!!!)

Bitte nicht vergessen, dass sich mit dem Beginn der Schwangerschaft (nicht erst nach Ankunft des neuen Babies) eine grundlegende Veränderung im Leben von Nummer 1 vollzieht, die nicht gravierender sein könnte.

Life will never be the same – buchstäblich.

Das löst Neugierde und Anspannung aus.

Das löst Aufregung und Skepsis aus.

Das löst Vorfreude und Trauer aus.

Diese Trauer muss von vielen Kindern unterdrückt werden. Sie spüren sehr schnell, dass Mami und Papi mit dieser Trauer nicht gut umgehen können. Die anfangs gestellten Fragen – siehe oben – fahren ja schließlich immer noch Achterbahn in deren Köpfen und die Trauer ihres Kindes macht ihnen schlichtweg Angst. Da versucht man dem Kind dann ganz schnell all die Gründe aufzulisten, die für einen Bruder oder eine Schwester sprechen. Man versucht dem Kind, seine traurigen Gefühle auszureden.

Das spürt Nummer 1 sofort und die Anspannung wird noch größer. Hinzu kommt, dass sich das Kind nicht einmal mehr von den Eltern verstanden fühlt. „Blödes Baby. Zieht gleich Mama und Papa auf seine Seite…“

In einem solchen Szenario wird das Kind oft „schwierig“. Es legt auf einmal Seiten an den Tag, die man so gar nicht kennt. Frustausbrüche, viele, viele Tränen, mangelnde Kooperation, schlechter Schlaf, Rückschritte in vielen Bereichen….

Wie gehst du mit Trauer um?

Aber frage dich mal: Wie verhälst du dich, wenn du um etwas oder jemanden trauerst? Bist du frustriert? Weinst du? Findest du den Alltag mit all seinen Anforderungen schwer?

Schnell wird einem dann gesagt: „Du musst weitermachen. Lenk dich ab. Du musst da jetzt mal drüber hinwegkommen. So ist es jetzt nun einmal. “

Klappt das? Nicht wirklich, oder? Entweder verstummst du und versuchst die schmerzhafen Gefühle mit dir selbst auszumachen, oder du wirst wegen dieser Aussage (zurecht) wütend.

So unkonventionell es sich vielleicht anhören mag. Der allererste Schritt, um ein positives Verhältnis zwischen den Geschwistern zu stiften und Harmonie zu Hause zu kreieren, ist:

Gestatte deinem Kind nicht nur Aufregung und Vorfreude, sondern auch Anspannung und Trauer. All dies existiert in unserer menschlichen Seele parallel. Zeige deinem Kind, dass du jede Facette, scheint sie auch noch so düster, mit ihm teilst.

 Die beste Voraussetzung

DA ist sie wieder, die Angst. Was ist, wenn mein Sohn/ meine Tochter diese Gefühle nicht los wird und sie immer so bleiben?

Der beste Weg, Gefühle loszulassen ist sie artikulieren und teilen zu dürfen. Frei von Verurteilungen, Manipulationen und eigenen Agendas. Muss dein Kind seine Trauer und Angst unterdrücken, dann bleiben sie in der kleinen Seele stecken und werden irgendwann ihr Gesicht wieder zeigen. Versprochen. Werden ihre schwierigen und ambivalenten Gefühle aber von dir gehalten und akzeptiert, dann muss Nummer 1 auch nicht Nummer 2 sofort als gefährliche Konkurrenz ansehen, die ihm das elterliche Verständnis wegnimmt.

Das bedeutet natürlich nicht, dass sich die zwei nicht ordentlich in die Haare kriegen werden. In einem Laboratorium fliegen regelmäßig die Fetzten! Aber: die Vorbereitungen und Grundlagen stimmen schon einmal. Das ist die beste Voraussetzung.

Wie du diese Konflikte am besten navigieren kannst, wenn Erdling Nummer 2 (3,4..) erst einmal da ist, um für eine positive Lernerfahrung daraus zu machen, darum geht es in meinem Onlinekurs.

Mach doch mit, wenn du Lust hast.

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