Oh nein, schon wieder rumgeschrien!

Kennst du das auch? Trotz aller Bemühungen und guter Vorsätze passiert es doch immer wieder: du schreist dein Kind an oder motzt in einer Tour rum. Es scheint ein Teufelskreis zu sein. Du gibst dir Mühe, dich zusammenzureißen und alles wieder gut zu machen, dann kommt der nächste Coup. Dir platzt wieder der Kragen. Und so weiter und so fort.

“There’s no use crying over spilled milk”– wie man so schön im Englischen sagt. Los, komm. Bleib nicht bei deinen Schuldgefühlen stehen (oder deinem Selbstmitleid?). Geh zurück zu deinem Kind. Zu euch. Zu eurer Beziehung.

Was kannst du tun, um dich nach deinem Ausraster wieder in Verbindung mit deinem Kind zu begeben?

Übernimm Verantwortung für dein Handeln

Das erwarten in gesunden Beziehungen auch Erwachsene von uns. Jeder macht mal Fehler, alle vergreifen sich mal im Ton. Das ist ganz normal. Aber es gibt nichts nervigeres, als danach stundenlang eine Rede (oder eine Grundsatzdiskussion) darüber zu hören, warum es eigentlich doch berechtigt war, sich so zu verhalten. Weil es ja eigentlich doch komplett die “Schuld des anderen war”. Das ist eine sogenannte “Non-apology apology” oder “Nicht-Entschuldigungs Entschuldigung ”, dazu gibt es sogar einen Wikipedia Eintrag 🙂 Ich weiß nicht, wie es dir geht, aber eine Nicht-Entschuldigung bringt mein Blut zum kochen. So geht’s den Kindern auch.

Entschuldige dich also, von ganzem Herzen, auf Augenhöhe

Nach dem Donnerwetter muss Sonnenschein folgen. Aber nicht in Form von subtilen, “Zwischen-den-Zeilen-Entschuldigungen”, die oft getarnt als Eis essen oder netten Geschenken auftauchen. Nein. Dein Kind braucht eine offene, ehrliche und deutliche Entschuldigung. Genau wie du. Das ist fair und vermittelt Selbstwertgefühl und Respekt. Das verdient dein Kind auch, genau wie du. Ich persönlich verspreche meinen Kindern immer, mein Bestes zu tun, damit dies nicht mehr vorkommt. Merke den Unterschied zwischen: “Es wird nicht mehr vorkommen” und “Ich werde mein Bestes geben”. Das ist keine mangelnde Hingabe oder Bemühung meinerseits, sondern einfach menschlich und realistisch. Die Kleinen lernen so, dass wir alle ein lebenslang lernen, dass niemand perfekt ist, dass Ausrutscher total ok sind, wenn man dafür Verantwortung übernimmt. Und dass man sogar aus Ausrutschern etwas ganz Fantastisches lernen kann. Auch, wenn es manchmal etwas dauert und man sich Mühe geben muss – steht das nicht in jedem pädagogischen Lehrplan als globales Lernziel? Motivation? Ausdauerfähigkeit? Frustrationstoleranz? Na dann rate mal, wie Kinder am besten lernen! In Beziehung! Mit uns!

Zusätzlich lädt diese “Entschuldigungs-Entschuldigung” meine Kinder in meinen Lernprozess ein, an dem sie offen und ehrlich teilnehmen dürfen. DAS ist ja der zentrale Punkt. Die Kleinen verstehen so, dass es MEIN Lernprozess ist. Diese Reaktion liegt überwiegend an MIR, nicht an ihnen. Wenn ich gestresst, genervt oder laut bin, dann heben meine Kinder selbstbewusst die rote Flagge und machen mich darauf aufmerksam. Das hilft mir ungemein, denn wenn ein kleiner Mensch vor einem steht und sagt: “Mami, du hast gesagt du willst nicht mehr schreien”, dann hilft mir das ungemein, mich und meine Trigger zu fangen und einen quietschenden U-Turn zu schaffen.

Now… How to prevent the milk from spilling?

In der Hitze des “Gefechtes” ist es manchmal ganz schön schwer, die Kurve zu kriegen, oder? Wenn man so richtig genervt ist, oder das Kind genau das tut, was einen in den Wahnsinn treiben kann. Puh. Das kennt doch jeder, oder?

Hier ist es auf alle Fälle wichtig, deine Achillesferse zu kennen (denn es ist DEINE Achillesferse, NICHT die deines Kindes).

Das erreichst du durch Achtsamkeit, durch einen ehrlichen Dialog mit dir selbst in diesen Wutmomenten. Das Bewusstsein ergibt sich relativ schnell, wenn man mal diese Perspektive der Selbstverantwortung annimmt.

Aber was machst du dann mit diesem Wissen?

Visualisiere, was auch immer dir hilft, um deine Kehrtwendung zu schaffen. Es gibt viele tolle Ideen im Netz, wie zum Beispiel Babyfotos an heiklen, konfliktgeladenen Orten (z.B. Garderobe, Kinderzimmer) aufhängen, Makarena tanzen, alles nur noch singen, Hampelmann machen und und und.

Die Wahrheit ist, dass du für dich sehen musst, was dich zurückholt. Weg vom Trigger. Zu dir. Zu deinem Kind. Zu euch.

Schreien und Schimpfen sind nicht gut für das Selbstwertgefühl und das Selbstbewusstsein unserer Kinder. Sie beschämen sie und Scham ist buchstäblich Gift und schwer wieder loszuwerden. Aber hier kommt die gute Nachricht. Es geht auf lange Sicht hin natürlich darum, diese Situationen zu reduzieren und der gefasste, ruhige und erfahrene Elternteil zu sein, den Kinder brauchen.

Aber wir sind auch nur Menschen und sowas kann halt einfach auch passieren, nicht wahr? Schlimm, für alle Beteiligten, wenn es passiert. Aber zeige danach, dass es dir leid tut. Mit Worten, mit Taten, mit zukunftsorientierten Bewältigungsstrategien, die deinem Kind zeigen: Meine Eltern lernen. Ich bin es wert, dass man sich für mich Mühe gibt. Ich habe Entschuldigungen auf Augenhöhe verdient, wenn man sich falsch verhält.

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Mahaloi Mahaloi und alles Liebe für 2017 an dich und die deinen ❤

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